Graubünden geht aus

Pressetext

Wie hätte sich Christiana gefreut! Der Freundin aus der einstigen DDR verdanke ich eine nachhaltige Erinnerung an den "Stärna". Sie begleitete, über 20 Jahren ist es her, ihren Ehemann Christopf Hein nach Chur, weil sein Stück "Die Ritter der Tafelrunde" aufgeführt wurde. Vor der Premiere gingen wir zusammen essen. Eben im "Stern". Als Vorspeise wählte Christina Nüsslisalat, Der bei ihr zu Hause, erzählt sie, damals absolut nicht vorkam. Von dem delikaten Grünzeug war sie so begeistert, dass sie es zum Dessert gleich nochmals wählte. Die Serviertochter, schon damals in einer gmögigen Tracht im Landhausstil, wenn ich mich recht erinnere, brachte das gewünschte mit einem freundlichen "En Guete".

Den heutigen Nüsslisalat, mit Sesamdressing angemacht, begleiten zwei Riesencrevetten (CHF 17.-). So stehts auf der Speisekarte. Diese eröffnet das stimmungsvolle "Winterlied" des Johann Gaudenz Freiherr von Salis (1762-1834):

Das Feld ist weiss, so blank und rein,
Vergoldet von der Sonne Schein,
Die blaue Luft ist stille;
Hell wie Kristall
Blinkt überall
Der Flur in Silberhülle...

Ausgewählt hat das Gedicht Direktor Adrian K. Müller, sein traditionsreicher, über 300-jähriger "Stern" ist schliesslich nicht nur typisch bündnerisch, sondern auch ein Romantik-Hotel. Die Tischset sind mit Carigiet-Blumensträusse bedruckt, die Speisekarte - und das Gedicht - wird fünfmal jährlich gewechselt. Immer drauf sind die Hexenpolenta (CHF 22.50), die Maluns, der Kartoffel-Klassiker mit Apfelmus und Alpkäse, und auch der Churer Ratsherrenteller (CHF 38.50), Kalbs- und Rindsmedaillons auf Pizzzochels mit gedämpftem Apfel und Dörrbirne.

Delikat war das Sauerkraut-Champagner-Süppchen, ein Höhepunkt die Entenvariation! Dem "Gault Millau" ist die (nicht nur) traditionelle Bündner Küche von Küchenchef Martin Brunner neuerdings 13 Punkte wert.

Un dann wären da noch die umfängliche Weinkarte. Sie liest sich wie ein "Who's who" (nicht nur) der lokalen Prominenz, der herzhaft gehudligt wird. Der Pinot gris Waisenhaus Wingert von von Tscharner (CHF 53.-): schade, "ausgetrunken". Der Pinot gris von Irene Grünenfelder (CHF 70.-): leider ... Der Sauvignon blanc von Thomas Mattmann (CHF 58.-): leider, leider "ausgetrunken". Verdurstet sind wir aber trotzdem nicht. Viva!


 
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